Schröder stellt Irmenach kalt
Handball-Oberliga: Vallendars
Rückraumschütze ist von Irmenach nicht
zu stoppen – TVV vor Aufstieg
Handballherz
was willst du mehr – volle Hütte, tolle
Stimmung, rassige Zweikämpfe,
sehenswerte Treffer, ein Comeback und,
zumindest aus Sicht der meisten
Anwesenden, ein berauschender Erfolg
Vallendars gegen Irmenach.
TV
Vallendar - HSG Irmenach/K./H. 29:21
(14:9)
VALLENDAR. Nach
dem 29:21 gegen die HSG
Irmenach/Kleinich/Horbruch stehen die
Oberliga-Handballer des TV Vallendar
kurz vor dem Aufstieg in die 3. Liga. Am
letzten Spieltag reicht dazu ein
Unentschieden.
Tabellenführung,
Derby-Charakter, Verabschiedung des TVV
– welcher Grund es auch immer gewesen
sein mag, der einen dazu brachte, in die
Konrad-Adenauer-Halle auf den
Mallendarer Berg zu gehen, um sich die
Oberliga-Partie anzusehen, seine
Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Die
bis auf den letzten Sitzplatz gefüllte
Heimstätte (rund 500 Zuschauer) des TV
bereitete der Begegnung eine würdige
Kulisse, die Mannen auf dem Spielfeld
sorgten für einen fairen und attraktiven
Handballabend, bei dem der Gastgeber
unter Zugzwang stand. Denn eine
Niederlage hätte zwangsläufig den
Verlust der Tabellenführung und damit
wohl auch das Ende der Aufstiegsträume
bedeutet.
„Das Spiel hat gezeigt,
welch gutes Nervenkostüm meine
Mannschaft hat. Sie ist selbstbewusst
und sicher aufgetreten und hat sich
aufgrund der Tabellensituation nicht
verrückt machen lassen“, schickte
TV-Trainer Wolfgang Reckenthäler ein
großes Kompliment in Richtung seiner
Spieler. Konzentriert und unnachlässig
drückten die Hausherren aufs Tempo, und
einer stach besonders hervor. Goalgetter
Mischa Schröder klinkte den Gästen fast
nach Belieben Tor um Tor ein. In
Halbzeit eins, die 14:9 endete, allein
neun Treffer bei zehn Versuchen, am Ende
waren’s elf. Somit hatte der Spieler auf
der linken Rückraumposition nicht nur
eine erstklassige Quote, sondern in
Hälfte eins genauso viele Tore auf dem
Konto wie die Gäste. HSG-Akteur Rene
Vasek, der den beruflich verhinderten
Coach Norbert Stelmach auf der Bank
vertrat, konstatierte nach dem Abpfiff
einen zu harmlosen Angriff der
Irmenacher: „Wir wollten hier das Spiel
etwas langsamer aufziehen, um nicht ins
offene Messer zu rennen. Doch die vielen
unvorbereiteten Würfe waren Gift für uns
und ein Geschenk für Vallendar.“
Ab der 44. Spielminute stellte
Reckenthäler dann einen „Bubi“-Trupp auf
das Parkett, der nicht nur den Abstand
hielt, sondern sogar bis auf maximal
zehn Tore (24:14, 50.) ausbauen konnte.
Am Ende stand es 29:21. Reckenthäler
sagte: „Ich bin sehr stolz auf diese
Mannschaft. Sie ist jederzeit taktisch
in der Lage, Vorgaben umzusetzen. Die
jungen Leute haben ihre Aufgabe sehr
ordentlich gelöst. Immerhin ist die HSG
ja keine schlechte Mannschaft.“
Robert Eifler
Irmenach:
Bachmann, Endel – Stelmach (2),
Sveinsson, Faust, Brahmann (4), Stein,
Shalimov (6), Stoffel (4), Keitsch,
Peltsch (1), Vasek (3/2), Gedert,
Mulliqi (1).
Rhein-Hunsrück-Zeitung vom Montag, 10.
Mai 2010, Seite 26