Rhein-Hunsrück-Zeitung vom 08.03.2010

   
 

Geburtstagskind Brahmann trumpft auf

Handball-Oberliga: Personell knapp besetzter TV Moselweiß hält Partie in Kleinich lange Zeit offen

HSG Irmenach/K./H. - TV Moselweiß    34:30 (15:13)

KLEINICH. Der HSG Irmenach/Kleinich/Horbruch ist die Revanche in der Handball-Oberliga geglückt. Mit 34:30 besiegte die Mannschaft von Trainer Norbert Stelmach den TV Moselweiß, der vor drei Wochen in eigener Halle noch mit 30:25 die Oberhand behalten hatte.

Der TV Moselweiß war ohne Chef- und Co-Trainer und nur mit einem Auswechselspieler in der Hirtenfeldhalle angetreten. Umso erstaunlicher war es dann, dass der TVM seinen Teil zu einem guten, spannenden Handballspiel beitrug. "Die Jungs haben wirklich immer versucht, alles zu geben", meinte Torwarttrainer Gerd Ring, der erstens die Verantwortung für den TVM trug und zweitens als Ersatzkeeper auf der Bank saß. "Am Ende hat uns dann die Kraft gefehlt."

Erst zwei Minuten vor Schluss war die Begegnung entschieden. Der TV Moselweiß lag 29:31 hinten und versuchte mit offener Manndeckung in Ballbesitz zu kommen. In dieser wichtigen Situation blieb die HSG Irmenach dann endlich einmal eiskalt, und Geburtstagskind Eric Brahmann warf das wichtigste seiner sechs Tore zum 32:29.

Zuvor hatte Irmenach gleich mehrfach immer dann nicht getroffen, wenn es gegolten hätte, sich deutlich vom TVM abzusetzen. Gegenstoßtore der Gäste waren die Konsequenz. Trainer Stelmach monierte in seiner Auszeit drei Minuten vor Schluss den gleichen Punkt. "Wir haben uns gerade in wichtigen Momenten Nachlässigkeiten geleistet, weil wir zuerst das Komplizierte versucht haben. Ich habe den Jungs gesagt, sie sollen nicht so viel Risiko gehen und die einfachen Dinge machen."

Der TV Moselweiß war mit 2:0 durch zwei Treffer aus dem mittleren Rückraum in Führung gegangen. Tore, die die Schwächen der Irmenacher in der Abwehr offenlegten. "Im Innenblock hatten wir zunächst Probleme", kritisierte auch Stelmach. Sehr schnell aber kam aber auch die Klasse der HSG zum Tragen, die prompt in der sechsten Minute durch Matthias Faust erstmals führte (4:3). "Im ersten Durchgang hat mir gefallen, wie wir Tempo gemacht haben, das würde ich mir noch viel öfter wünschen, weil wir die Leute dafür haben", meinte Stelmach und lobte Alexander Weber als "erfrischend" und Faust für seine Schnelligkeit.

Bis kurz vor der Pause wechselten sich beide Teams immer mit Ein-Tor-Führungen ab. Moselweiß ging durch den nicht nur bei Siebenmetern starken Ex-Kastellauner Ben Stemann 13:12 in Führung (27.). Doch René Vasek mit zwei Feldtoren und Weber ließen eine Dreierserie folgen, und Irmenach führte zur Pause plötzlich 15:13.

Die HSG gewann aber auch, weil sie insgesamt auf der Torwartposition besser besetzt war. Zwar agierten weder Sebastian Bachmann noch Christian Endel durchweg glücklich, doch beide hielten die Mannschaft in wichtigen Momenten in Führung. Bachmann zum Beispiel verhinderte innerhalb von Sekunden zweimal den 22:22-Ausgleich (43.). Zunächst scheiterte Sven Mader von links, dann Stemann von rechts. Die fehlenden Alternative auf der Torwartposition war dagegen ein Moselweißer Problem. "Tobias Zelter hat heute leider keinen Ball gehalten", monierte Ring. "Und dann kannst du halt nicht gewinnen."

Sascha Nicolay

Eric Brahmann (links) trumpfte an seinem Geburtstag mächtig auf und erzielte sechs Tore beim 34:30-Heimerfolg der HSG Irmenach gegen den TV Moselweiß. Foto: Joachim Hähn

HSG Irmenach/K./H.    34 ( 15 )

TV Moselweiß    30 ( 13 )

Irmenach: Endel, Bachmann - Brahmann (6), Weber (6), Stoffel, Keitsch (1), Peltsch (1), Vasek (4/2), Gedert (4), Faust (9), Shalimov, Muliqi (3).

Moselweiß: Zelter - Gerlach (4), Kreuter (2), Vogt (5), Mader (3), Rippinger (3), Stemann (8/4), Pitzen (5).

Schiedsrichter: Collet (Wallerfangen), Mayer (Bexbach).

Zuschauer: 300.

Spielfilm: 0:2 (3.), 1:3 (4.), 4:3 (6.), 4:4 (6.), 7:8 (12.), 9:8 (15.), 9:10 (16.), 11:11 (18.), 13:13 (28.), 15:13 (Halbzeit). 16:13 (31.), 18:15 (35.), 21:18 (40.), 21:19 (41.), 22:21 (43.), 25:24 (49.), 27:25 (52.), 28:27 (53.), 30:27 (54.), 31:28 (58.), 31:29 (59.), 32:30 (59.), 34:30 (Endstand).

Rhein-Hunsrück-Zeitung vom Montag, 8. März 2010, Seite 24.

 

 

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