Geburtstagskind Brahmann trumpft auf
Handball-Oberliga:
Personell knapp besetzter TV Moselweiß
hält Partie in Kleinich lange Zeit offen
HSG
Irmenach/K./H. -
TV Moselweiß 34:30 (15:13)
KLEINICH.
Der HSG
Irmenach/Kleinich/Horbruch ist die
Revanche in der Handball-Oberliga
geglückt. Mit 34:30 besiegte die
Mannschaft von Trainer Norbert Stelmach
den TV Moselweiß, der vor drei Wochen in
eigener Halle noch mit 30:25 die
Oberhand behalten hatte.
Der TV Moselweiß war ohne Chef-
und Co-Trainer
und nur mit einem Auswechselspieler in
der Hirtenfeldhalle angetreten. Umso
erstaunlicher war es dann, dass der TVM
seinen Teil zu einem guten, spannenden
Handballspiel beitrug. "Die Jungs haben
wirklich immer versucht, alles zu
geben", meinte Torwarttrainer Gerd Ring,
der erstens die Verantwortung für den
TVM trug und zweitens als Ersatzkeeper
auf der Bank saß. "Am Ende hat uns dann
die Kraft gefehlt."
Erst zwei Minuten vor Schluss war die
Begegnung entschieden. Der TV Moselweiß
lag 29:31 hinten und versuchte mit
offener Manndeckung in Ballbesitz zu
kommen. In dieser wichtigen Situation
blieb die HSG Irmenach dann endlich
einmal eiskalt, und Geburtstagskind Eric
Brahmann warf das wichtigste seiner
sechs Tore zum 32:29.
Zuvor hatte Irmenach gleich mehrfach
immer dann nicht getroffen, wenn es
gegolten hätte, sich deutlich vom TVM
abzusetzen. Gegenstoßtore der Gäste
waren die Konsequenz. Trainer Stelmach
monierte in seiner Auszeit drei Minuten
vor Schluss den gleichen Punkt. "Wir
haben uns gerade in wichtigen Momenten
Nachlässigkeiten geleistet, weil wir
zuerst das Komplizierte versucht haben.
Ich habe den Jungs gesagt, sie sollen
nicht so viel Risiko gehen und die
einfachen Dinge machen."
Der TV Moselweiß war mit 2:0 durch
zwei Treffer aus dem mittleren Rückraum
in Führung gegangen. Tore, die die
Schwächen der Irmenacher in der Abwehr
offenlegten. "Im Innenblock hatten wir
zunächst Probleme", kritisierte auch
Stelmach. Sehr schnell aber kam aber
auch die Klasse der HSG zum Tragen, die
prompt in der sechsten Minute durch
Matthias Faust erstmals führte (4:3).
"Im ersten Durchgang hat mir gefallen,
wie wir Tempo gemacht haben, das würde
ich mir noch viel öfter wünschen, weil
wir die Leute dafür haben", meinte
Stelmach und lobte Alexander Weber als
"erfrischend" und Faust für seine
Schnelligkeit.
Bis kurz vor der Pause wechselten
sich beide Teams immer mit Ein-Tor-Führungen
ab. Moselweiß ging durch den nicht nur
bei Siebenmetern starken Ex-Kastellauner
Ben Stemann 13:12 in Führung (27.). Doch
René Vasek mit zwei Feldtoren und Weber
ließen eine Dreierserie folgen, und
Irmenach führte zur Pause plötzlich
15:13.
Die HSG gewann aber auch, weil sie
insgesamt auf der Torwartposition besser
besetzt war. Zwar agierten weder
Sebastian Bachmann noch Christian Endel
durchweg glücklich, doch beide hielten
die Mannschaft in wichtigen Momenten in
Führung. Bachmann zum Beispiel
verhinderte innerhalb von Sekunden
zweimal den 22:22-Ausgleich
(43.). Zunächst scheiterte Sven Mader
von links, dann Stemann von rechts. Die
fehlenden Alternative auf der
Torwartposition war dagegen ein
Moselweißer Problem. "Tobias Zelter hat
heute leider keinen Ball gehalten",
monierte Ring. "Und dann kannst du halt
nicht gewinnen."
Sascha Nicolay

Eric Brahmann (links) trumpfte an
seinem Geburtstag mächtig auf und
erzielte sechs Tore beim 34:30-Heimerfolg
der HSG Irmenach gegen den TV
Moselweiß.
Foto: Joachim Hähn
HSG Irmenach/K./H. 34 ( 15 )
TV Moselweiß 30 ( 13 )
Irmenach: Endel, Bachmann
- Brahmann (6),
Weber (6), Stoffel, Keitsch (1), Peltsch
(1), Vasek (4/2), Gedert (4), Faust (9),
Shalimov, Muliqi (3).
Moselweiß: Zelter
- Gerlach (4),
Kreuter (2), Vogt (5), Mader (3),
Rippinger (3), Stemann (8/4), Pitzen
(5).
Schiedsrichter: Collet (Wallerfangen),
Mayer (Bexbach).
Zuschauer: 300.
Spielfilm: 0:2 (3.), 1:3 (4.),
4:3 (6.), 4:4 (6.), 7:8 (12.), 9:8
(15.), 9:10 (16.), 11:11 (18.), 13:13
(28.), 15:13 (Halbzeit). 16:13 (31.),
18:15 (35.), 21:18 (40.), 21:19 (41.),
22:21 (43.), 25:24 (49.), 27:25 (52.),
28:27 (53.), 30:27 (54.), 31:28 (58.),
31:29 (59.), 32:30 (59.), 34:30
(Endstand).
Rhein-Hunsrück-Zeitung
vom Montag, 8. März 2010, Seite 24.
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